Wenn wir wüssten....

Zahlreich waren die Rechtfertigungen, Ausreden und Gründe, um mich doch nicht für den Kurs anzumelden. Als dann meine Lebensgefährtin, eine gebürtige Schwäbin, innerhalb von drei Monaten zwei Scheine absolvierte, gab es für meine gekränkte Segler-Ehre kein Zurück mehr.

 Nun halte ich eine kleine Plastikkarte in den Händen und bin dankbar für die Erfahrung, das Wissen und die hinzugewonnene Freiheit auf dem Wasser. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß und wie es gehen kann, dann... . Solche oder ähnliche Ereignisse kennen wir alle. Es ist nicht immer leicht, seine Komfortzone zu verlassen und neue Herausforderungen anzugehen.

 Dieser Tage habe ich eine Karte erhalten. Auf der Vorderansicht der Karte ist ein schöner Schmetterling zu sehen. Mit seinen farbenprächtigen Flügeln sitzt er auf einer Blume. Daneben stehend lese ich folgendes Zitat: „Wenn die Raupen wüssten, was einmal sein wird, wenn sie erst Schmetterlinge sind; sie würden ganz anders leben: froher, zuversichtlicher, hoffnungsvoller... .“

 Der Schmetterling ist ein wunderbares Symbol für Ostern.

So wie sich die Raupen in wunderschöne Schmetterlinge verwandeln, so sollen wir durch das Osterwunder verwandelt werden.  Jesus Christus spricht: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Joh. 16,1

Was für ein Versprechen! Ostern lässt uns einen Blick auf das werfen, was kommen wird, einen Blick in die Zukunft. Das gibt Sicherheit! Sicherheit nimmt uns die Angst. Das Hier und jetzt ist nicht das Ende. Meine Ängste, meine Sorgen und Corona haben nicht das letzte Wort. Jesus Christus, der Sohn Gottes, der am Kreuz gestorben und nach drei Tage auferstanden ist: Er hat das letzte Wort. Dort, wo die Angst zurückweicht, atmen wir auf.  Mit dieser Zusage spüren wir, wie der Glaube wirkliche Freiheit schenkt. Dies ist das Geschenk von Ostern. Wer das glaubt, der ruft und singt aus vollem Herzen: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Hallelujah!“ LK 24,34

 Wir dürfen und sollen einander zusagen: „Wir wissen, was uns erwartet. Daher wollen wir froher, zuversichtlicher und hoffnungsvoller leben.“

Mit dieser Zusage fällt es leichter, über Ängste und Sorgen hinweg, die eigene Komfortzone zu verlassen und neue Wege zu entdecken. Dieser Tage melde ich mich für den nächsten Segelschein an. Ich bin gespannt, neugierig und voller froher Erwartung. Eine frohe und gesegnete Osterzeit.

 Albrecht Stegen